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Die Pest in Florenz (1919)

Zur Produktionsgeschichte des Films

Die Decla-Filmgesellschaft, Pächterin des Ateliers Franz-Joseph-Straße 8, ließ für „Pest in Florenz" die Außenbauten auf dem Gelände des Grundstücks errichten. Für die florentinischen Bauten stammen die Entwürfe vom Kgl. Baurat Franz Jaffe, Berlin, Neue Winterfeldstraße 28. Diese waren am 16. 6. 1919 bei der Gemeinde eingereicht worden. Das für die Prüfung zuständige Hochbauamt bestätigte den Eingang am 13. Mai 1919, die erfolgte Prüfung ist erst am 12. 11. 1919 vermerkt. Der ausführende Betrieb für die Bauten war die Firma Boswau & Knauer, Berlin W 8, Mohrenstraße 49, die ihre Arbeiten schon in den Sommermonaten abgeschlossen hatte. Die Innenaufnahmen fanden im Lixie-Atelier statt. Die Entwürfe für die Innenarchitektur fertigte Hermann Warm. Am 21. Januar 1920 stellte die Decla einen Antrag auf Verlängerung der baupolizeilichen Genehmigung für die Aufstellung der Außenbauten. Als Grund wurde angegeben, „daß die Bauten auf dem Freigelände an dem von uns benutzten Atelier noch gebraucht werden. - Zur Zeit sind Außenaufnahmen infolge der schlechten Witterungs- und Beleuchtungsverhältnisse nicht möglich..." Ob tatsächlich noch für den Film gedreht oder nachgedreht wurde, ist fraglich. Die Premiere von „Pest in Florenz" hattc am 23. I(). 1919 im Berliner „Marmorhaus" stattgefunden.

„... Es war im Jahr 1348, als die größte all der vielen Nöte über der Stadt lag. Noch waren die Medici nicht zur Würde der Tyrannis emporgestiegen, noch waren die Albizzi ebenso mächtig und stolz wie sie. Wie eine Schar jederzeit auf Sturm und Belagerung gefaßter Burgen stand trotzig mit Turm und Bastion die Schar der Adelspaläste. Der göttliche Giotto war schon tot, die Großen des Cinquecento schliefen noch tief im Schoß der Zeit. Dante lag seit etwa 30 Jahren im Grabe, und Petrarca, der nächste göttliche Sänger, wandelte unter den Lebenden. Boccaccio war vor der Pest des Jahres 48 nach Neapel geflüchtet. Er hatte die Szenen, die er schildert, dort erlebt, statt wie er glauben machen will, daheim am Arno. Vor der Pest fliehen die Helden und Heldinnen der berühmtesten seiner Werke, das Decamerone, für vierzehn Tage in die ländliche Reinheit des Muggionetals... Die Pest in Florenz! Ein Kaleidoskop aus Entsetzen und Grazie, aus zehnfach qualvollem Sterben und zehnfach gesteigertem Leben... Kommen Sie mit? Man hat sie gekurbelt. Ein Paar Mark an der Kasse und Florenz steht auf - eine Erinnerung und eine Verheißung."

Das Heft zum Film



Szenenfoto mit Mia May

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